Geschwindigkeits-Meßkassette selbst gemacht

Nach dem Motorwechsel stand immer noch der Abgleich der Bandgeschwindigkeit an.  Eine passende Meßkassette besitze ich nicht, notdürftig geht natürlich der Vergleich mit einem anderen Rekorder, aber man hätte es gern etwas genauer.

Die Bandgeschwindigkeit kann man relativ einfach berechnen, wenn man ein Band mit bekannter Länge abspielt und die Zeit stoppt. Praktikabel ist es natürlich erst, wenn man eine eher kurze Meßzeit von einigen Minuten nimmt, also z.B. eine Bandlänge von 10 Metern:

\(\frac{10m}{4,76cm/s}=210,1s\)

 

Um die Zeit genau zu messen, könnte man jetzt ein Signal von 1kHz aufzeichnen und bei Wiedergabe bzw. Hinterband einfach die Schwingungen zählen. Pro Sekunde 1000 Schwingungen oder 210100 insgesamt. Läuft das Band zu schnell, passen weniger Schwingungen auf die 10 Meter, läuft es zu langsam entsprechend mehr [1]. Man nimmt natürlich 3150 Hz, um eine mit den üblichen Meßgeräten kompatible Kassette zu erzeugen:

\(\frac{10m}{4,76cm/s}*3150Hz=661764\)

 

Die 10m Band habe ich so abgemessen: Auf der Küchenplatte entweder 2,50m oder 3,33m mit Klebestreifen markieren. Kassette öffnen, den leeren Wickel wieder hineinlegen und provisorisch verschliessen. Eine Hilfsperson hält jetzt den Übergang Vorspannband-Band an die erste Markierung, Band straffhalten und abwickeln und an der 2. Markierung auf der Bandrückseite eine Strich setzen. Das erste Teilstück in die Kassette spulen, Markierung vom Helfer festhalten lassen, usw., beim letzen mal passend abschneiden. Das restliche Band kommt in den Papierkorb, man braucht nur noch die 2. Wickel und das Abspannband, alles passend verkleben und wieder in die Kassette einbauen.  EIne Genauigkeit von ±1cm sollte leicht erreichbar sein, dann liegt die Geschwindigkeit hinterher zwischen 4,756cm/s und 4,765 cm/s, das sollte genügen.

[1] Man möge mir die etwas blumige Herleitung verzeihen. Ich hatte mal in einem Hifi-Forum gefragt ob damit jemand Erfahrung hätte. Ich glaube bis zum Schluß der Diskussion habe ich nicht vernünftig erklären können wie es funktioniert. Ich hoffe das hier ist jetzt verständlich. Die Methode ist als „Emtecmethode“ bekannt.

 

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