Selbstbau eines DVB-C Receivers

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Leider sind die Zeiten, in der ich auf dem Dach eine UKW Yagiantenne zur Speisung meines Revox B760 hatte lange vorbei. Inzwischen muß ich mich mit der von Unitymedia gespeisten Hausverkabelung zufrieden geben. Leider ist die Qualität nicht annähernd mit einem direkten Empfang vergleichbar.

Welche Alternativen gibt es? WLAN Radios bieten sicher eine große Auswahl an empfangbaren Sendern, aber nur eingeschränkte Klangqualität. DAB+ bietet zwar mit HE-AAC einen effektiveren Codec als MP3, aber mit immer noch recht eingeschränkte Datenraten, WDR5 z.B. nur mit 80 kbit/s, WDR3 fehlt im Moment ganz.

Also bleibt nur DVB-C Digitalradio übrig. Die öffentlich-rechtlichen Sender bekommt Unitymedia wohl direkt über eine Datenleitung vom HR aus Frankfurt. Leider gibt es keine industriell gefertigten Empfänger, die einen mit dem Revox vergleichbaren Bedienkomfort haben.

In einem bekannten Auktionshaus habe ich einen Technisat digit K3 erworben. Vorteile:

  • klein und leicht, preiswert
  • mechanisch hochwertige Fernbedienung
  • niedriger Standbyverbrauch von etwa 0,3 Watt
  • kurze Umschaltzeiten
  • preiswert, so ab 30€

Nachteile gibt es natürlich auch:

  • Die analogen und digitalen Audio-Anschlüsse sind an der Seite
  • Lediglich Kanalnummern werden angezeigt
  • Optisch nicht sehr schön.
  • Schließt man ein kleines LCD Display an, hat man einen häßlichen Kabelsalat und ein weiteres dauerhaft laufendes Netzteil

Was bleibt übrig? Selbst ist der Mann:

In der Bucht besorgt man sich einen passenden LCD-Monitor, Stichpunkt für die Suche ist „Rückfahrkamera“. Mein Exemplar ist ein 4,3 Zoll Monitor im 16:9 Format, gesamte Höhe ca. 80 mm und damit passend für das gewählte 2HE Gehäuse. Man sollte bei der Auswahl darauf achten, das sich das Gehäuse leicht öffnen läßt und das Frontteil als Rahmen weiter verwandt werden kann. Nach Öffnen und Ablöten der Anschlußkabel sieht das Modul dann so aus:

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Als Stromversorgung benötigt das Modul eine Spannung von etwa 9-16 Volt, bei 12 V beträgt der Stromverbrauch knapp 80 mA bei mittlerer Helligkeit. Es ist egal welchen Eingang man benutzt, der aktive wird vom Modul selbsttätig erkannt. Beim Test ist zu beachten, das das Modul ohne anliegendes Videosignal abschaltet.

Die Gehäuserückwand eignet sich ideal um das Modul auf der Frontplatte zu positionieren und die passenden Löcher für die Befestigung zu bohren. Anschließen einen passenden Ausschnitt aus der Frontplatte heraussägen und die Ränder gut abrunden, um eine Beschädigung des Folienleiters zu vermeiden.

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Das Gehäuse des Technisat läßt sich leicht öffnen, wenn man mit einem kleinen Schraubenzieher von unten in die rechteckigen Aussparungen geht und nach und nach das Gehäuse aufhebelt, Zuvor muß man an der  220V Buchse eine Schraube entfernen. Mit Abstandsbolzen kann man jetzt die Platine im neuen Gehäuse befestigen:

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Auf der Platine kann man am rechten Rand das Schaltnetzteil erkennen. Links vom Übertrager finden sich zwei Elkos, einer mit 3,3 Volt und einer mit 12 Volt anliegender Spannung. Hier werden zwei Litzen angelötet und später mit dem LCD-Modul  verbunden. Das Schaltnetzteil verkraftet dies problemlos. In der Nähe des Tuners findet sich ein weiterer Elko, hier liegen im Betrieb 5 Volt Spannung an. Ich nutzte diese Spannung nur für eine LED im Einschalter, um eine Betriebsanzeige zu haben. Man kann damit aber auch ein 2. Netzteil schalten, wenn man z.B. einen zusätzlichen D/A Wandler o.ä. einbaut.

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Jetzt fehlt nur noch die Verkabelung der Ein- und Ausgänge sowie der Taster an der Frontplatte zum Einschalten und zur Programmwahl. Das Videosignal greift man an Pin 19 der SCART Buchse ab.

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Oben kann man den Empfänger in trauter Gemeinsamkeit mit dem B760 erkennen. Als D/A Wandler und Kopfhörerverstärker nutze ich im Moment den Denon MD1050, der erfreulicherweise einen Formatwandler eingebaut hat und daher auch mit den 48kHz zurecht kommt.

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