Baubericht RIAA Vorverstärker aus Elektor 5/2012

„Das auffällig dreidimensionale, weit ausgemalte Bild rutscht dabei eine Spur nach vorne und präsentiert opulente Körperlichkeit, während die anfangs eher zurückhaltend reproduzierten Klangfarben im Zuge längerer Warmlaufphasen zunehmend bunter und differenzierter werden. [1]“

Mein im Bau befindlicher Vorverstärker soll natürlich auch einen Phonovorverstärker bekommen. Nach längerem Literaturstudium erschien mir die Schaltung aus der Elektor 5/2012 [2] vielversprechend. Standardbauteile, überschaubarer Kostenaufwand und eine passende Platine sprachen für diese Schaltung. Da heutzutage auch Einzelstücke preiswert hergestellt werden können, ist die Beschaffung der Platine kein Problem.

Alle Bauteile mir Ausnahme der Kondensatoren des Entzerrernetzwerkes und des LM4562 lassen sich bei Reichelt finden. Da ich noch eine größere Menge Styroflexkondensatoren in der Bastelkiste hatte, habe ich diese einzeln ausgemessen und dann so kombiniert, das sich genau 50nF bzw. 14,32nF ergaben. Als Elkos empfehlen sich die Panasonic Serie FC.

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Lediglich bei den Abblockkondensatoren \(C_{55}\) bis \(C_{62}\) habe ich 100nF Keramik genommen. Keramik-Vielschicht ist besser als Folie, weil die Schwingneigung (Zuleitung induktiv, Kondensator kapazitiv), angestossen durch Stromimpuls, durch die Unlinearität besser unterdrückt wird.  Ich habe auch irgendwo in einem amerikanischen Audioforum eine Antwort von D. Self auf die Frage nach der Kondensatorauswahl gelesen – er erklärt da, das die Bauteileauswahl von Elektor erfolgt ist.

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Der Aufbau bereitet keine Schwierigkeiten, alles bedrahtete Bauelemente, lediglich etwas Löterfahrung sollte vorhanden sein, da man bei einer doppelseitiegen Platine immer etwas länger Wärme zuführen muß wegen höheren Wärmeabfuhr über die zweite Kupferseite.

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Die anschließende Inbetriebnahme ging problemlos, eine probeweises Verkabeln mit Labornetzteil, Plattenspieler und Edirol UA-5 als Kopfhörerverstärker zeigte selbst mit Kopfhörer praktisch kein Rauschen oder Brummen. Als Hörbeispiel mal ein kurzer Audioschnipsel, unbearbeitet. Man hört mit Kopfhörer bei etwa 1,5 Sekunden das typische Klacken eines Dualspielers, wenn das Kurvenrad nach einem Umlauf stopt, in diesem Moment wird auch der Kurzschließer geöffnet – und sonst bis zum Aufsetzen der Nadel nichts. Was will man mehr.

Die Aufnahme erfolgte mit meinem Dual CS721 sowie dem Shure V15-III mit der originalen „Supertracking“ Nadel. Das auf einer Schallplatte wirklich Frequenzen bis 20 kHz enthalten sind sieht man hier:

Spectrogramm

[1] Aus einem Hörtest Phonovorverstärker einer bekannten Audiozeitschrift

[2] Elektor Mai 2012 pp. 24-29

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